Wann hast du das Thema Prozentrechnung eigentlich abgeschlossen? Welche Klasse hat das Arbeitsblatt zur Bruchrechnung schon bekommen? Und was stand für die Vertretung in der Stunde, in der du gefehlt hast? Wer Unterricht systematisch dokumentiert, hat auf solche Fragen sofort eine Antwort. Dieser Ratgeber zeigt, was sich zu dokumentieren lohnt, welche Methoden es gibt und wie du daraus eine Routine machst, die nicht mehr als zwei Minuten pro Stunde kostet.

Warum Unterricht dokumentieren?

Dokumentation klingt nach Verwaltungsaufwand. Im Alltag zahlt sie sich aber mehrfach aus:

  • Nachvollziehbarkeit: Du kannst jederzeit belegen, was in welcher Stunde behandelt wurde. Das hilft bei Rückfragen und bei Unklarheiten zur Leistungsfeststellung.
  • Vertretung: Fällt eine Stunde aus oder übernimmt jemand deine Klasse, weiß die Vertretung auf einen Blick, wo ihr steht.
  • Elterngespräche: Fragen Eltern, was ihr Kind zuletzt durchgenommen hat oder wann eine Hausübung aufgegeben wurde, antwortest du mit konkreten Daten statt aus dem Gedächtnis.
  • Eigene Planung: Wer weiß, was schon erledigt ist, plant das nächste Semester realistischer und vermeidet Unterschiede zwischen Parallelklassen.
  • Jahresrückblick: Im nächsten Schuljahr startest du nicht bei null, sondern mit deinen eigenen Aufzeichnungen.

Was gehört in die Unterrichtsdokumentation?

Weniger ist mehr. Eine Dokumentation, die du nicht durchhältst, nützt nichts. Diese fünf Bausteine decken für die meisten Lehrer:innen den Bedarf ab:

  1. Lehrstoff je Stunde: Datum, Klasse und das Thema in einem Stichwort oder Satz, zum Beispiel „Dreisatz mit direkter Proportionalität“. Wichtig ist, dass du es später wiedererkennst.
  2. Hausübungen: Was wurde aufgegeben, bis wann, und was wurde tatsächlich abgegeben? So kannst du später sachlich begründen, wie die Mitarbeit zustande kam.
  3. Entfall und Änderungen: Stunden, die nicht stattgefunden haben, mit kurzem Grund. Das erklärt später, warum ein Stoffgebiet kürzer behandelt wurde als geplant.
  4. Materialien und Unterlagen: Arbeitsblatt, Folien, Tafelbild-Foto oder Tabellen, die zur Stunde gehören. Wer sie an der Stunde festmacht, findet sie im nächsten Jahr sofort wieder.
  5. Anwesenheit: Wer hat gefehlt, und war das Fehlen entschuldigt? Diese Information brauchst du für Gespräche und für Grenzfälle in der Gesamtwürdigung.
Faustregel: Halte fest, was du in einem Jahr noch wissen willst und ohne Aufzeichnung nicht mehr rekonstruieren könntest. Alles andere kannst du weglassen.

Klassenbuch und persönliche Dokumentation: Wo liegt der Unterschied?

An vielen Schulen läuft das offizielle Klassenbuch digital, zum Beispiel über ein Schulverwaltungssystem wie WebUntis. Jede Schule muss für jede Klasse ein Klassenbuch führen; dazu gehören unter anderem der behandelte Lehrstoff und das Fernbleiben von Schüler:innen (§ 77 SchUG). Das Klassenbuch ist das Dokument der Schule: Es ist vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen, und wie es technisch geführt wird, regelt deine Schule.

Deine persönliche Dokumentation ist etwas anderes. Sie ist dein persönliches Arbeitsmittel und ergänzt das Klassenbuch um das, was dort keinen Platz hat: Stundenplanung, verknüpfte Unterlagen, Hausübungsübersicht, Notizen zur Leistungsbeurteilung. Sie ersetzt das Klassenbuch nie. Entscheidend ist, dass du nichts doppelt tippen musst, wenn es sich vermeiden lässt. Manche Systeme erlauben es, Einträge zu exportieren und in die eigene Ablage zu übernehmen. Wie das bei WebUntis grundsätzlich funktioniert, steht auf der Seite WebUntis und NotenFix, den Export von Klassenliste und Stundenplan erklärt die Anleitung WebUntis-Klassenliste exportieren.

Was ins Klassenbuch gehört, gibt § 77 SchUG vor. Wie es an deiner Schule geführt wird und welche Geräte und Programme du für eigene Aufzeichnungen über Schüler:innen nutzen darfst, klärst du im Zweifel mit der Schulleitung.

Methoden im Vergleich: Papier, Excel oder App

KriteriumPapierExcel / WordSpezielle App
EinstiegSofort, keine Technik nötigSchnell, wenn Vorlagen vorhanden sindEinrichtung nötig, danach geführt
Suchen und AuswertenMühsam, nur blätternGut mit Filtern, sonst unübersichtlichMeist am bequemsten
Unterlagen verknüpfenEinlegen oder abheftenÜber Links möglich, aber händischJe nach Funktion direkt an der Stunde
Mehrere KlassenEin Heft pro KlasseEin Tabellenblatt pro Klasse, wächst schnellAlle Klassen an einem Ort
SicherungHeft kann verloren gehenRegelmäßige Kopien nötigJe nach Anbieter automatisch oder manuell
Aufwand pro StundeNiedrig, aber per HandNiedrig bis mittelNiedrig, wenn Daten importiert werden

Keine Methode ist grundsätzlich die beste. Papier ist robust und braucht keinen Strom. Excel ist flexibel, verlangt aber Disziplin bei der Struktur. Eine spezialisierte App spart vor allem dann Zeit, wenn du viele Klassen unterrichtest oder Daten aus dem Stundenplan übernehmen kannst. Wähle, was du tatsächlich durchhältst.

Praxis-Tipps für eine Routine, die bleibt

Zwei Minuten direkt nach der Stunde

Der beste Zeitpunkt für den Eintrag ist unmittelbar nach dem Läuten. Dann weißt du noch, was passiert ist. Wer erst am Freitag nachträgt, rekonstruiert aus dem Gedächtnis und lässt Lücken. Ein fixer Platz im Ablauf, etwa beim Zusammenpacken, macht daraus eine Gewohnheit.

Mit Vorlagen arbeiten

Eine feste Struktur spart Denkarbeit: Datum, Klasse, Thema, Hausübung, Besonderheiten. Du entscheidest nicht jedes Mal neu, was hineingehört. Auch ein einfaches Textdokument mit immer derselben Zeilenfolge reicht.

Kurz und konkret schreiben

„Dreisatz, direkte Proportionalität, S. 54/3 bis 5“ ist besser als „Rechnen geübt“. Stichworte genügen, solange sie eindeutig sind.

Eine Ablage für Unterlagen

Lege Arbeitsblätter und Folien in einer klaren Ordnerstruktur ab, zum Beispiel nach Schuljahr, Klasse und Thema. Benenne Dateien nach einem festen Muster, etwa „2026-10-08_Dreisatz_Arbeitsblatt“. So findest du sie auch nach Monaten wieder und kannst sie bei Bedarf mit der jeweiligen Stunde verbinden.

Entfall sofort markieren

Fällt eine Stunde aus, trag das gleich ein. Wer es vergisst, hat später im Lehrstoffverlauf eine Stunde mit Thema, die nie stattfand.

Sichern, was du aufbewahrst

Eine Dokumentation ist nur so gut wie ihre Sicherung. Egal ob Heft, Datei oder App: Mach regelmäßig eine Kopie an einem zweiten Ort. Mehr zu Speicherort und Sicherung findest du im Ratgeber Notenverwaltung lokal oder in der Cloud.

Datenschutz: sparsam und sachlich

Auch Unterrichtsaufzeichnungen enthalten personenbezogene Daten, sobald Namen oder Fehlzeiten darin vorkommen. Ein paar Grundsätze gelten unabhängig von der Methode:

  • Sparsam erfassen: Halte nur fest, was du für Unterricht und Leistungsbeurteilung brauchst.
  • Keine sensiblen Notizen: Gesundheitsdaten, familiäre Situationen oder persönliche Vermutungen haben in einer Unterrichtsdokumentation nichts verloren.
  • Gerät und Ablage schützen: Bildschirmsperre, Passwortschutz für Dateien und eine sichere Ablage gehören dazu, bei Papier ebenso (versperrte Schublade statt offener Tasche).
  • Schulvorgaben beachten: Frag bei der Schulleitung oder der bzw. dem zuständigen Datenschutzbeauftragten nach, welche Systeme und Geräte du für welche Daten nutzen darfst.
Wichtig: Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Vorgaben deiner Schule und der zuständigen Behörde.

Beispiel: So sieht das in NotenFix aus

Zur Veranschaulichung, wie sich die Bausteine von oben in einer App abbilden lassen: NotenFix ist eine Desktop-App für Windows und macOS, die du lokal auf deinem Gerät nutzt. Diese Funktionen gehören zur aktuellen Version:

  • Stundenplan importieren: Deinen Stundenplan übernimmt NotenFix aus dem Kalender-Export (ICS) von WebUntis. Die Stunden stehen danach für alle Klassen im Wochenkalender, ohne dass du sie einzeln anlegst.
  • Lehrstoff je Stunde: Im Reiter „Lehrstoff“ siehst du alle Stunden einer Klasse in einer Tabelle und trägst für jede ein, was behandelt wurde. Das Feld ist dasselbe wie in der Mitarbeitserfassung, du kannst also in der Stunde selbst oder nachträglich eintragen. Den Lehrstoff einer Klasse kannst du als PDF drucken.
  • Lehrstoff aus WebUntis übernehmen: Trägst du den Lehrstoff ohnehin im WebUntis-Klassenbuch ein, liest NotenFix den CSV-Export ein und ordnet die Themen den passenden Stunden zu, für alle Klassen auf einmal. Vor dem Übernehmen siehst du eine Vorschau, und vorhandener Lehrstoff wird nicht still überschrieben.
  • Dateien an Stunden anhängen: Arbeitsblätter, Folien oder Tafelbild-Fotos verknüpfst du mit der Stunde und öffnest sie dort mit einem Klick, bis zu zehn Dateien pro Stunde. NotenFix merkt sich nur den Speicherort, die Datei bleibt in deinem Ordner und wird nicht kopiert. Verschiebst oder löschst du sie, zeigt NotenFix „nicht gefunden“, und du kannst sie neu verknüpfen.
  • Ganzer Tag fällt aus: Bei Krankenstand oder Fortbildung markierst du die Stunden eines Tages über alle Klassen hinweg in einem Schritt als entfallen, wenn du magst mit Grund. Stunden mit Eintragungen sind dabei zur Sicherheit nicht vorausgewählt, abgeschlossene bleiben unverändert.
  • Anwesenheit und Hausübungen: Die Anwesenheit kennt vier Stufen (anwesend, fehlt, entschuldigt, unentschuldigt) und lässt sich in der Stunde per Klick oder Tastatur erfassen. Hausübungen haben einen eigenen Reiter.

NotenFix arbeitet lokal, die Daten bleiben auf deinem Gerät, und wird im Abo angeboten (Monats- oder Jahreslizenz). Die App ersetzt weder das offizielle Klassenbuch noch eine Vorgabe deiner Schulleitung, sondern ergänzt es um deine persönliche Dokumentation. Eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung findest du im Handbuch, einen Überblick auf der Seite Funktionen. Wie du Mitarbeit dabei strukturiert festhältst, steht im Leitfaden Mitarbeit digital erfassen.

Häufige Fragen

Muss ich den Lehrstoff zusätzlich zum Klassenbuch dokumentieren?
Gesetzlich vorgesehen ist der Eintrag des behandelten Lehrstoffs im Klassenbuch (§ 77 SchUG). Eine eigene Dokumentation ist deine persönliche Ergänzung und kein Ersatz. Sie ist sinnvoll, wenn du für Planung, Vertretung oder Elterngespräche mehr festhalten willst, als das Klassenbuch vorsieht. Wie das Klassenbuch an deiner Schule geführt wird, klärst du mit der Schulleitung.
Wie viel Zeit sollte die Dokumentation pro Stunde kosten?
Als Richtwert gelten ein bis zwei Minuten direkt nach der Stunde. Ein Stichwort für das Thema, eine Zeile für Hausübung oder Besonderheiten und gegebenenfalls die Fehlzeiten genügen meist. Wird es länger, ist die Vorlage zu detailliert oder die Methode zu umständlich.
Was gehört nicht in eine persönliche Unterrichtsdokumentation?
Sensible Angaben wie Gesundheitsdaten, Familienverhältnisse oder Vermutungen über Schüler:innen gehören nicht hinein. Halte sachlich fest, was unterrichtet wurde und was für Leistungsbeurteilung und Organisation nötig ist. Bei Unsicherheit helfen die Schulleitung oder die bzw. der zuständige Datenschutzbeauftragte.
Ist eine Excel-Tabelle als Unterrichtsdokumentation ausreichend?
Ja, für viele Lehrer:innen reicht sie völlig. Wichtig sind eine feste Struktur, regelmäßige Sicherungen und ein Passwortschutz für die Datei. Der Aufwand steigt erst, wenn du mehrere Klassen, Anwesenheit und verlinkte Unterlagen gleichzeitig pflegen willst.

Unterricht festhalten, mit wenig Aufwand.

Lade NotenFix herunter und probiere aus, ob die Dokumentation in deinen Schulalltag passt.

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