Mitarbeit ist in Österreich ein zentraler Bestandteil der Leistungsbeurteilung und gleichzeitig einer der am schwersten zu dokumentierenden Teile des Lehreralltags. Dieser Leitfaden zeigt, warum klassische Methoden an ihre Grenzen stoßen, was das Gesetz eigentlich verlangt und wie du Mitarbeit so erfasst, dass du am Semesterende auf einer soliden, nachvollziehbaren Grundlage stehst.

Das Problem mit Strichliste und Notenheft

Viele Lehrer:innen greifen im Unterricht zu einem kleinen Notizheft oder einem ausgedruckten Klassenbogen. Ein Strich für eine Wortmeldung, ein Kreuzchen für die fehlende Hausübung. Das System funktioniert, solange man es konsequent führt. Tut man es aber oft nicht, weil die Stunde schnell weitergeht, das Gespräch gerade interessant ist oder man schlicht vergessen hat, den Stift zur Hand zu nehmen.

Am Ende des Semesters steht man dann vor einem Zettelstapel oder einem halbvollen Notenheft und versucht rückwirkend eine Note zu rekonstruieren. Das Ergebnis ist zwangsläufig subjektiv: Man erinnert sich an die lauten Schüler:innen, an die Ausreißer nach oben und unten, und verliert dabei oft die stillen Mitarbeiter:innen aus dem Blick, die zuverlässig da waren, aber nie aufgefallen sind.

Ein weiteres Problem: Ein handschriftliches Notenheft bietet im Streitfall kaum Absicherung. Wenn eine Schüler:in oder deren Eltern die Mitarbeitsnote anfechten (was laut § 71 SchUG möglich ist), brauchst du eine nachvollziehbare, datierte Dokumentation. Ein paar Striche auf Papier werden da schnell zum Glaubwürdigkeitsproblem.

Wichtig: Eine rein subjektive Einschätzung am Ende des Semesters ohne laufende Aufzeichnungen ist keine ausreichende Grundlage für eine Mitarbeitsnote, auch wenn es in der Praxis oft so gehandhabt wird. Im Streitfall bist du ohne Dokumentation in einer schwachen Position.

Was zählt zur Mitarbeit?

Die Mitarbeit ist gesetzlich nicht auf Wortmeldungen im Unterricht beschränkt. Laut § 12 SchUG (Schulunterrichtsgesetz) umfasst die Leistungsbeurteilung alle Leistungen, die eine Schüler:in in einem Unterrichtsgegenstand erbringt. Das ist bewusst weit gefasst. In der Praxis fließen in die Mitarbeit typischerweise folgende Bereiche ein:

  • Mündliche Beteiligung: Wortmeldungen, Beiträge zu Diskussionen, Fragen, die zeigen, dass man mitdenkt
  • Heftführung und Hausübungen: Vollständigkeit, Sorgfalt, Pünktlichkeit der Abgaben
  • Praktische Leistungen: Mitarbeit in Übungen, Laborarbeiten, Werkstätten oder Projekten
  • Teamarbeit: Verlässlichkeit in Gruppenarbeiten, Übernahme von Verantwortung
  • Eigeninitiative: Zusatzrecherchen, freiwillige Beiträge, Fragen außerhalb des Pflichtprogramms

Welche dieser Kategorien du wie stark gewichtest, liegt in deinem pädagogischen Ermessen, solange du das Beurteilungsschema für deine Schüler:innen transparent machst und konsequent einhältst.

Warum Excel keine befriedigende Lösung ist

Die naheliegende Alternative zur Strichliste ist eine Excel-Tabelle, und viele Lehrer:innen nutzen sie. Das ist schon besser als Papier: die Daten sind digital, man kann nachträglich sortieren, und mit etwas Aufwand lässt sich eine automatische Notenberechnung basteln. Trotzdem hat Excel in der Praxis deutliche Schwächen.

Das erste Problem sind die selbst gebauten Formeln. Wer seine Gewichtungslogik einmal schief eingetippt hat, bemerkt den Fehler oft erst am Ende des Semesters, wenn die Noten schon im Klassenbuch stehen. Fehler in WENN-Funktionen oder beim Einbeziehen von leeren Zellen passieren schnell und sind ohne weiteres schwer zu finden.

Das zweite Problem ist das fehlende Frühwarnsystem. In Excel siehst du nur das, was du dir explizit anzeigen lässt. Wer gerade auf ein Nicht Genügend zusteuert, fällt dir nicht von selbst auf. Du müsstest aktiv filtern und nachschauen. Im Schulalltag passiert das selten oft genug.

Das dritte Problem ist die DSGVO. Viele Lehrer:innen speichern ihre Excel-Dateien in OneDrive oder Google Drive, wobei der Sync automatisch im Hintergrund passiert. Damit landen Schüler:innen-Namen und Noten auf Servern in den USA, ohne dass dafür eine Rechtsgrundlage besteht. Die österreichischen Datenschutzbehörden haben in den letzten Jahren mehrfach klargestellt: Schülerdaten gehören nicht in amerikanische Cloud-Dienste, ohne dass die Schule eine entsprechende Vereinbarung mit dem Anbieter geschlossen hat. Für private Lehrer-Accounts ist das so gut wie nie der Fall.

DSGVO-Hinweis: Wenn du OneDrive oder Google Drive als Privatperson nutzt und dort Schüler:innen-Daten speicherst, handelst du wahrscheinlich nicht DSGVO-konform. Das gilt auch dann, wenn du die Daten nur für dich selbst nutzt. Die Daten verlassen deinen Rechner und werden auf Servern außerhalb der EU verarbeitet.

Was ein digitales Tool für Mitarbeit braucht

Nicht jedes digitale Tool ist für die schnelle Mitarbeitsdokumentation im Unterricht geeignet. Ein Tool, das fünf Klicks braucht, um eine Beobachtung einzutragen, wird im Unterricht nicht konsequent genutzt. Folgende Anforderungen sind aus der Praxis heraus wichtig:

  • Schnelle Tastatureingabe: Eine ganze Klasse in unter einer Minute bewertbar. Navigation mit Pfeiltasten, Mitarbeit per Tendenz-Symbol (++ / + / ~ / -), ohne Mausklicks
  • Kategorien mit Gewichtung: Mitarbeit, Hausübungen, Heftführung, Teamarbeit, jede Kategorie mit eigenem Gewicht in der Gesamtnote
  • Automatische Gesamtnotenberechnung: Die Halbjahres- und Jahresnote wird aus deinen Bewertungen (Tests, Schularbeiten, manuell eingetragener Mitarbeitsnote) nach deinen Gewichtungen berechnet, ohne dass du selbst Formeln schreiben musst
  • Frühwarnsystem: Das Tool zeigt dir proaktiv, wer gerade auf ein Nicht Genügend zusteuert, ohne dass du aktiv suchen musst
  • Lokal gespeichert (Daten bleiben am PC): Alle Daten bleiben auf deinem PC, keine Cloud-Synchronisation, keine Datenweitergabe

So funktioniert Mitarbeit in NotenFix

NotenFix ist als Desktop-Anwendung für Windows gebaut. Alle Daten bleiben lokal auf deinem PC. Kein Cloud-Account, keine Synchronisation, keine DSGVO-Grauzone.

Der Aufbau ist einfach: Du legst eine Klasse an, importierst die Klassenliste aus WebUntis (als PDF, ein Klick), und definierst dann deine Bewertungskategorien. Für die Mitarbeit kannst du eine eigene Kategorie anlegen, zum Beispiel "Mündliche Mitarbeit" mit 30 % Gewichtung in der Gesamtnote, dazu "Hausübungen" mit 20 % und "Tests" mit 50 %. Die Mitarbeitsnote trägst du am Semesterende selbst ein (pädagogische Gesamtwürdigung); die Gewichtungen legst du einmal fest, danach berechnet NotenFix die Endnote automatisch.

Einträge machst du in der Bewertungsansicht: Klasse aufrufen, Kategorie wählen, und dann durch die Schüler:innen navigieren. Mit den Pfeiltasten weiterschalten, per Tendenz-Symbol (++ / + / ~ / -) bewerten, fertig. Eine Klasse mit 25 Schüler:innen ist in unter einer Minute durch.

Das Frühwarn-Dashboard zeigt dir beim Öffnen der Klasse sofort, wer unter Note 4 liegt. Du siehst auf einen Blick: Wer braucht Förderung? Mit wem solltest du sprechen? Du musst nicht aktiv danach suchen. NotenFix zeigt es dir unaufgefordert.

Mehr zur Mitarbeit-Funktion findest du auf der Seite Mitarbeit erfassen in NotenFix.

Patrick Indra, BA, Lehrer und Entwickler von NotenFix

„Mit NotenFix ist jede Mitarbeitsnote lückenlos dokumentiert. Das gibt mir Sicherheit, und meinen Schüler:innen gibt es Transparenz."

Patrick · Lehrer & Entwickler, Wien

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Mitarbeit eintragen?
Eine Eintragung pro Unterrichtsstunde ist ideal, aber nicht immer realistisch. Empfehlenswert ist mindestens einmal pro Woche eine kurze Dokumentationsrunde: Wer hat sich aktiv beteiligt, wer war abwesend, wer hat die Hausübung nicht gemacht? Mit einem digitalen Tool dauert das unter einer Minute pro Klasse. Das reicht für eine solide Grundlage, ohne den Unterricht zu unterbrechen.
Muss ich jeden Tag dokumentieren?
Nein, das Gesetz schreibt keine tägliche Dokumentation vor. Wichtig ist, dass du am Ende des Semesters eine nachvollziehbare Grundlage für die Mitarbeitsnote hast. Das bedeutet: regelmäßige Einträge über das Semester verteilt, keine einzelne Beobachtung kurz vor dem Zeugnis. Wenn du wöchentlich dokumentierst, hast du nach einem halben Jahr gut zwanzig Datenpunkte pro Schüler:in, was mehr als ausreichend ist.
Kann eine Schüler:in die Mitarbeitsnote anfechten?
Ja, und genau deshalb ist Dokumentation so wichtig. Wenn du die Mitarbeit digital erfasst und bei jedem Eintrag Datum, Kategorie und ggf. eine kurze Notiz hinterlegst, hast du im Konfliktfall eine lückenlose Grundlage. Eine Strichliste auf Papier ist in solchen Gesprächen deutlich schwieriger zu verteidigen. Mit einer nachvollziehbaren digitalen Aufzeichnung kannst du die Note jederzeit begründen.

Mitarbeit digital erfassen, ab heute.

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